10/19/2018

Oh Chérie

Wer? Milliarden 
Wann? 11.10.2018
Wo? Backstage (Halle) 


Ja!Ja!Ja! Meine Wiedersehensfreude letzte Woche war groß! Da ich ein sehr materieller Mensch bin habe ich dieser Band, spätestens an dem Tag, an dem sie mir eine 2016 heiß begehrte Kokain & Himbeereis EP geschenkt haben, meine ewige Liebe geschworen.



Zwei Alben später, haben wir uns letzten Donnerstag wieder gesehen. Die Location ist gewachsen in den drei Jahren. Von der Kranhalle im Feierwerk, über den Club im Backstage, jetzt in der Backstage-Halle. Freiheit ist ne Hure ist längst nicht mehr der einzige Song, den wirklich jeder mitsingen kann, sondern das Publikum ist nun textsicher. 

Von Tanzliedern wie Oh chérie und Katy Perry bis hin zum Pipiindenaugensong Ultraschall war auf der Setlist alles drauf. Über Ultraschall war ich sehr überrascht. 
Find den Song so heftig. Und schön. Für mich war klar, dass ich in diesen 4 Minuten respektvoll ruhig im Publikum stehe - dem Pärchenkaffeekränzchen vor uns wohl nicht. Schade. Möchte nicht haten aber kleiner Shoutout - bringt doch nächstes Mal wenigstens Kuchen mit! 



Instagram: fraeuleins_mixtape

Die Energie der Band auf der Bühne schwappte zu 100% auf das Publikum über. Es wurde gegrölt, getanzt, geschwitzt, geliebt. Lange Reden und Ansagen sind kein Milliarden-Ding, weshalb einfach über eine Stunde durchgepowert wurde. Die Musik spricht genug. 

Das Leben ist eben einfach schön zwischen Kokain & Himbeereis. 





9/11/2018

WHATEVER YOU SAY I AM

Puh, Leude! Jetzt ist es schon über einen Monat her, dass mein allergrößter Konzerttraum in Erfüllung gegangen ist. Ich habe lange gebraucht, um irgendwie in Worte zu fassen, was ich gefühlt habe bei diesem Konzert. Bin nicht so gut darin, aber here we go:

WHY? 




Seit 5 Jahren liege ich allen in den Ohren damit, dass ich so so gerne auf ein Eminem Konzert gehen würde. Weil ich Eminem schon ewig liebe und dass ich Angst habe, dass er mit der Musik aufhört und ich das nicht mehr schaffe. Selbst wenn das 500 € kostet, ist mir das alles egal. Ich MUSS da hin. Eminem ist einfach der König an meinem Musikhimmel.

Seit 10 Jahren immer auf meinen Ohren, selbst in der Punkrockphase. Auch in der „Ich höre nur noch Die toten Hosen“ Zeit, war er nicht wegzudenken. Mir war auch mit 15 egal, dass ich die Hälfte der Texte meistens nicht verstanden habe.

Jetzt war es also so weit. Das neue Album Revival kam raus (https://bit.ly/2LALJWe) und plötzlich kam die Bekanntgabe „Eminem spielt nur ein Deutschlandkonzert in Hannover“.  
Hannover. Ca. 70.000 Leute, ebenerdiges Messegelände, zwei Tage Urlaub, Übernachtung, Fahrt, alles zusammen: ca. 300 €.

Ja, hilft aber nichts. Die Anna muss zu Eminem! Da führt einfach kein Weg daran vorbei!

Halt.
Wie wäre es eigentlich, wenn wir nach London fliegen?
Rugbystadion, ca. 80.000 Plätze, Sitzplatz, gute Sicht, 24h London, alles zusammen: ca. 300 €.
Entscheidung gefallen.
Hals über Kopf haben wir zu Dritt alles gebucht. Ranziges Londoner „Hotel“, Flug, Tickets bestellt.
Im Nachgang fiel uns auf, dass ein langes Wochenende vielleicht doch cooler gewesen wäre, aber dafür war es nun mal zu spät.  Die Euphorie hatte alle anderen, vernünftig denkenden Teile des Gehirns lahmgelegt.

HI LONDON




Also um 7 raus aus den Federn, ab an den Flughafen, Passkontrolle, Bilder von Schwerverbrechern (hängen bei der Passkontrolle) studieren, warten, Kaffee trinken, rauchen, los geht’s. Nachdem sich das hier gerade zu einem kleinen Reisebericht entwickelt, Fact nebenbei: ich LIEBE fliegen bzw. den Moment vor dem Starten. Wenn der Flieger so schnell wird. Vielleicht weil es ein wenig wie Achterbahn fahren ist. Lieb ich auch!


Aber wen interessiert das? Haha. Gegen Mittag sind wir in London angekommen. Selbes Spiel. Passkontrolle, Warten, Weg auschecken. Am Bahnhof haben wir uns noch schnell leckere Dreieck-Sandwiches mitgenommen (ihr wisst alle, welche ich meine! Die, bei denen man sich nicht sicher ist, ob das was auf der Packung steht, wirklich dieses komische Zeug in dem Sandwich ist) und in unserem Luxus-Hotel noch schnell rein gefuttert, bevor wir auch gleich los zum Stadium mussten. Der Hinweg war irgendwie total entspannt. Entweder wir waren einfach viel später als der Rest unterwegs oder der Engländer ist einfach entspannter.


Als wir die Schlange vor dem Stadion gesehen haben, wurde uns dann trotzdem kurz übel.
„Fuck, müssen wir uns jetzt DA anstellen?“

Es hatte 30 Grad und das Ende der Schlange war nicht mal zu sehen. Gefühlt ging diese Menschenansammlung einmal um das Stadion herum.

Nachdem wir aber Gepäckmäßig sowieso noch etwas klären mussten, sind wir aber erstmal an der Schlange vorbei zu einem Eingang, an dem überhaupt nichts los war und schwupps waren wir schon drinnen. Später kamen wir darauf, dass die lange Schlange eventuell auch für die Garderobe war, da man ja mittlerweile nur noch kleine Taschen mitnehmen darf.
Uns war das aber relativ schnuppe, wir hatten Cider & frisch gekauften Merch.

Wir wanderten (bzw. fuhren. im Twickenhamstadion gibt es Rolltreppen!) dann gemütlich zwischen unseren Plätzen und den Foodtrucks hin und her. Wir hatten schließlich drei oder vier Stunden Zeit bis das Konzert los ging. Wir sangen mit den besoffenen Iren hinter uns Wonderwall und im Stadion ging die Laola-Wellen-Welle los.  


THE CONCERT



Die Vorbands waren 2 Chainz, Boogie & Royce da 5′9.

Letzterer ist mit Eminem zusammen vielleicht unter dem Namen Bad Meets Evil bekannt und der Song Lighters feat. Bruno Mars ist mega! Den haben sie auch live gespielt und ich war schockiert, dass das Musikprojekt bis dato völlig an mir vorbei gegangen ist. Bin doch SO GROSSER EMINEM FAN…upps.





Bei 2 Chainz solltet ihr unbedingt in das Album Pretty Girls Like Trap Music rein hörenn:




Kurz vor halb 9 war die Arena voll und alle warteten gebannt auf den Beginn des Konzertes.
Gleich würde der Moment kommen, in dem Marshal Matters diese riesige Bühne betritt. Ich stand so ergriffen und ruhig auf meinem Platz, wie Fußballspieler beim Hymne singen oder so.
Ich starrte wie hypnotisiert auf die Bühne und hatte das Gefühl, gleich weinen zu müssen. So surreal war dieser Moment und so surreal blieb das ganze Konzert. Ich war einfach richtig aufgeregt und habe zum ersten Mal verstanden, wieso Menschen vor Vorfreude ihren liebsten Künstler zu sehen, weinen können.

Als das erste Geräusch aus dem Lautsprecher ertönte, flippte da Menge aus.
Die Bühnenshow war cool aufgezogen mit viel digitalem Krimskams. Im Hintergrund waren so Hochhäuser mit „Brücke“ dazwischen zu sehen und dann explodierte es aus z.B. aus den Fenstern und regnete natürlich bei Stan.

Em hat mega abgeliefert! Kaum geredet und einfach durchgepowert.
Ich fand, er sah auch richtig gut aus. Total fit und als hätte er sein Leben einfach gerade im Griff.

Not afraid ist mir total hängen geblieben, weil dieser Song eine richtig tolle Stimmung ausgelöst hat. Es war wirklich, als würde das ganze Stadion seine Faust in den Himmel heben und einstimmig „we walk this road together, trough the storm“ singen. Auch wenn manchmal die vielen Menschen den Künstler auf der Bühne übertönen, ist so ein Stadion schon immer beeindruckend. Soooo viele Menschen und alle glücklich und am Singen.
Die 14-jährigen Mädels neben mir haben auch eiskalt alles, wirklich ALLES, mitgerappt. Ich war schwerst beeindruckt.

Stark war dann, als auf einmal ein anderer Typ auf die Bühne kam, wir uns anschauten und so meinten „Ähm, hä? Das ist doch 50 Cent?“.
Die Menge hat gejubelt! GO SHORTY, IT’s YOUR BIRTHDAY!




Wir haben geklatscht, gestaunt und uns ständig angelacht vor lauter Freude!  
Dass wir wirklich einfach nach London geflogen sind um Eminem zu sehen!

EMOTIONAL




Dieser Konzertabend wird uns auf jeden Fall auf ewig in Erinnerung bleiben.
Außerdem hat mich der London Trip auch gar keine 500 € gekostet und ich kann jetzt lächeln, wenn Eminem nächstes Jahr das Ende seiner Musikkarriere verkündet.